Chiaöl Erfahrungen: Wirkung & Anwendung

Chiaöl aus Chiasamen

Chiaöl wird aus den Chiasamen der Mexikanischen Chia (Silvia hispanica) gewonnen. Es gibt viele positive Erfahrungen mit Chiaöl, z. B. bei der Wundheilung oder um bestimmte Beschwerden zu lindern. Seine Wirkung auf die Gesundheit steht den Chiasamen in keinster Weise nach.

Chiaöl ist von der Anwendung her vielseitig. Es lässt sich sowohl äußerlich als auch innerlich anwenden. Es kann für warme und kalte Speisen hergenommen werden, als Nahrungsergänzungsmittel und äußerlich für die Hautpflege. Daher gibt es viele kosmetische Pflegeprodukte mit Chiaöl. Ich bevorzuge die pure Anwendung, also reines Chiaöl und bin aufgrund meiner Erfahrungen überzeugt von dessen Wirkung.

Chiaöl für die Haut

Das Chiaöl ist äußerst dünnflüssig, vergleichbar mit Moringaöl. Daher lässt es sich hervorragend zur Hautpflege einsetzen. Es ist äußerst sparsam, zieht schnell ein und hinterlässt keinen fettig glänzenden Film auf der Haut.

Ich kann es allen Menschen empfehlen, die eine mehr oder wenigertrockene Haut haben. In einem Selbstversuch habe ich das Chiaöl 4 Wochen täglich für den gesamten Körper verwendet, einschließlich Gesicht, auch rund um die Augen. Es zog hervorragend ein und glättete die Haut. Meine Haut fühlte sich den ganzen Tag über frisch und weich, aber dennoch nicht fettig an.

An trockenen Stellen, z. B. den Beinen verschwanden rötliche Stellen, die etwas schuppten bzw. zum Teil leicht entzündlich wirkten. Das Hautbild an den Oberschenkel wurde gleichmäßig und glatt. Das konnte ich ab dem 2. Tag der Anwendung beobachten. Meine Augenringe wurden sehr viel schwächer, was mich positiv überraschte.

Dafür verantwortlich sind u. a. die Antioxidantien, welche in Chiaöl enthalten sind. Antioxidantien sorgen dafür, dass sich die Zellen regenerieren. Sie beugen einer frühzeitigen Alterung vor. Das Zusammenspiel der Antioxidantien in einem Lebensmittel wird anhand der ORAC-Methode gemessen.

Wer eine eher fettige Haut hat, sollte Chiaöl moderat dosieren – vielleicht nur nach dem Baden, wo der Haut viel Fett entzogen wird. Bei mir hat das Chiaöl keine Mitesser verursacht, doch mein Hauttyp ist eher trocken.

Wer es nach dem Baden oder Duschen für die Ganzkörperpflege noch sparsamer verwenden will, sollte sich nicht abtrocknen! Geben Sie etwas Chiaöl in Ihre Handflächen und massieren es in die feuchte Haut ein. Das verbliebene Wasser auf der Haut hilft enorm, das Öl weiter zu verdünnen. Lassen Sie Ihre Haut an der Luft trocknen, was etwas länger dauert, als sich abzutrocknen. Das wird sich vermutlich etwas kühl anfühlen, aber das ist gut. Denn die Hautporen werden sich vollständig schließen, was Ihrem Hautbild Frische und Glätte verleiht. 

Fazit: Nach meinem Selbstversuch, das Chiaöl 4 Wochen täglich für die Ganzkörperpflege zu verwenden, bin ich dabei geblieben!

Chiaöl für Haut und Massage

Chiaöl für die Massage

Auch für die Massage kann das Chiaöl sehr gut verwendet werden, unabhängig vom Hauttyp. Bei einer Massage – etwa der Schultern, des Rückens oder Nackens – sollte immer ein Öl verwendet werden, da die Haut durch das Massieren sehr stark beansprucht wird. Durch das Öl wird sie dehnbarer, glatter, was sich äußerst positiv auf die Massage und der damit einhergehenden besseren Durchblutung auswirkt.

Durch eine gute Durchblutung der Haut werden die wertvollen Inhaltsstoffe des Chiaöls aufgenommen. Falls Sie also das Chiaöl nicht nur für eine Massage, sondern auch für Ihre Hautpflege einsetzen wollen: Massieren Sie es mit sanftem leichten Druck und kreisenden Bewegungen in Ihre Haut ein, um die Aufnahme der Inhaltsstoffe zu unterstützen.

Chiaöl und seine Inhaltsstoffe

Da das Chiaöl aus den Chiasamen gewonnen wird, verwundert es nicht, wenn sich ihre Inhaltsstoffe1 entsprechen:

  • Σ gesättigte Fettsäuren: 8-10 % (10,6 %)
  • Σ einfach ungesättigte Fettsäuren: 2,5-7 % (7,2 %)
  • Σ mehrfach ungesättigte Fettsäuren: 78-89,5 % (82,2 %)

Der Anteil von gesättigten und einfach ungesättigten Fettsäuren ist relativ übersichtlich. Der hohe Anteil der mehrfach ungesättigten Fettsäuren hingegen kann sich wirklich sehen lassen. Sie machen das Chiaöl so hochwertig.

  • Ölsäure: 2,5-8,2 %
  • Linolsäure: 15,3-26 %
  • Linolensäure: 52-69 % (= Alpha-Linolensäure, Abkürzung ALA: 63,4 %)
  • Palmitinsäure: 5,2-7,5 %
  • Stearinsäure: 0,3-3,7 %

(Die in Klammern geschriebenen Zahlen entsprechen der Angabe des Etiketts von einem Chiaöl, das ich zu Hause habe. Alle anderen Zahlen sind aus Wikipedia entnommen für einen besseren Vergleich.)

Bei der Ölsäure handelt es sich um eine einfach ungesättigte Fettsäure, die im Chiaöl mit den gesättigten Fettsäuren: der Palmitinsäure und Stearinsäure, nur in kleinen Mengen enthalten ist. Auch gesättigte Fettsäuren braucht unsere Körper! Da aber in vielen Nahrungsmitteln gesättigte Fettsäuren ausreichend vorhanden sind, lohnt es sich bei Ölen darauf zu achten, dass auch ungesättigte und mehrfach ungesättigte Fettsäuren enthalten sind. Das ist beim Chiaöl der Fall.

Die Linolsäure (Omega-6) und Alpha-Linolensäure (Omega-3) gehören zu den mehrfach ungesättigten Fettsäuren (kurzkettig). Sie kommen in hochwertigen Pflanzenölen, z. B. Chiaöl oder Leinöl in hohen Mengen vor. Sie wirken vorbeugend und heilend bei Entzündungen im Körper. Wichtig bei Omega-3 ist das Verhältnis zu Omega-6, um entzündlichen Prozessen entgegenwirken zu können. Die essentielle Fettsäure Omega-3 kann der Körper nicht selbst herstellen. Sie muss ihm zugeführt werden.

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Leinöl im Vergleich zu Chiaöl

Je höher das Verhältnis von Omega-3 zu Omega-6, desto besser die Wirkung. Ein Beispiel: Bei Leinöl beträgt das Verhältnis von Omega-3 zu Omega-6: 3:1 bis 6:1. Das ist extrem gut für den Körper und das dürfte ein Grund sein, warum das Leinöl, trotz seines gewöhnungsbedürftigen Geschmacks, nachgefragt wird. Beim Chiaöl überwiegt ebenfalls das Verhältnis von Omega-3 zu Omega-6 mit 3:1.

Im Verhältnis von Omega-3 zu Omega-6 schneidet das Leinöl womöglich etwas besser ab als Chiaöl. Doch dafür ist der Anteil von mehrfach ungesättigten Fettsäuren im Chiaöl womöglich höher. Die Angaben über das Verhältnis können nur Orientierungen sein, denn die Inhaltsstoffe hängen immer vom Klima, Verarbeitung und Bodenbeschaffenheit ab. Unterm Strich sind sich die beiden Öle so ähnlich, dass man sie als gleichwertig bezeichnen kann. Sie sollten nicht gegeneinander ausgespielt werden. Der Rest ist im wahrsten Sinne des Wortes: Geschmacksache.

Vitamine in Chiaöl

Vitamine in Chiaöl

Auch seiner Vitamine verdankt das Chiaöl seine hohen Nährwerte:

B Vitamine:

  • Vitamine B1 (Thiamin)
  • B2 (Riboflavin)
  • B3 (Niacin)
  • B9 (Folsäure)

Das Chiaöl ist mit über 30 % in den Chiasamen enthalten. Daher entsprechen sich die Inhaltsstoffe von Chiasamen und Chiaöl weitgehend. Das betrifft auch die reichlich enthaltenen Mineralstoffe und Spurenelemente. 

Die gesundheitlichen Wirkungen des Chiaöls sind vergleichbar mit den gesundheitlichen Wirkungen der Chiasamen. Zu beachten ist: Ballaststoffe fehlen! Sie kommen in keinem Öl vor.

Chiaöl: Geschmack und Geruch

Oft ist zu lesen, dass Chiaöl als geruchs- und geschmacksneutral empfunden wird. Das kann ich gut nachvollziehen. Riecht man das Öl gleich nach dem erstmaligen Öffnen der Flasche, bekommt man den Hauch eines Geruchs in die Nase, der sofort wieder verfliegt. Mir reichte dieser kurze Eindruck nicht aus, um eine genauere Beschreibung zu liefern.

Was mir allerdings sofort auffiel: Es riecht keinesfalls nussig, was auf den meisten Webseiten zu lesen ist. Gibt man etwas Chiaöl in die geöffnete Hand, lässt es sich länger riechen.

Es hat einen sehr feinen Eigengeruch, den ich eher mit einem unbekannten Gewürz assoziiere. Schnell ist der Geruch wieder verflogen. Daher lässt sich das Öl vielleicht wirklich am besten als annähernd geruchs- und geschmacksneutral beschreiben.

Chiaöl Dosierung

Die Angaben über die Dosierung gilt natürlich nur für die innere Anwendung. “Die tägliche Verzehrmenge von 2 g pro Person sollte nicht überschritten werden.” Diese Empfehlung der Dosierung steht sinngemäß auf dem Etikett der Ölflaschen.

Bei der Einnahme von Chiasamen wird hingegen eine gesetzlich festgelegte Dosierung2 von täglich 15 g angegeben. Da habe ich mich sehr gewundert.

Rechnen wir um: Wenn Chiasamen aus ca. 30 % Chiaöl bestehen (oft wird mehr angegeben), dann enthalten 15 g Chiasamen 4,5 g Chiaöl! Wenn Chiasamen mehr Öl enthalten – z. B. 40 % – sind es sogar 6 g Öl täglich.

Das passt für mich nicht zusammen. Ich lasse es so stehen und jeder Leser darf seine Schlussfolgerungen selbst ziehen.

2 g Chiaöl sind sehr wenig: etwa ein halber Teelöffel. Ein Esslöffel Chiaöl entspricht etwa 10 g Chiaöl. Natürlich sind diese Besteck-Küchenmaße3 nicht genormt, doch eine ungefähre “Löffelorientierung” ist bei solch kleinen Mengen durchaus praktisch.

Chiaöl Geschmack, Geruch

Chiaöl im Essen

Für die innere Anwendung des Chiaöls gibt es viele Anwendungsmöglichkeiten. Es eignet sich für warme und kalte Speisen! Sicherlich gehen ein paar Vitamine beim Erhitzen verloren, doch die wenigsten Vitamine im Chiaöl sind hitzeempfindlich – die weitaus größere Menge ist lichtempfindlich.

Für kalte Speisen: Dipps, Salatdressings, kalte Platten und im Smoothie eignet sich Chiaöl hervorragend. Es ist nicht nur gesund, sondern bindet Geschmacksstoffe, was auch für andere Öle gilt, sofern sie selbst über keinen zu ausgeprägten Geschmack verfügen und moderat dosiert werden. Deshalb sollte ein Spritzer Öl in keinem Smoothie fehlen. Wer mit der Konsistenz von eingeweichten Chiasamen Probleme hat, kann sie einfach durch einen Schuss Chiaöl ersetzen, z. B. im Müsli.

Für warme Gerichte verwende ich Chiaöl gerne für das Überbacken von Gemüse im Ofen. Das Rezept ist einfach und kann je nach Lust und Laune variiert werden. Kleingeschnittenes Gemüse aller Sorten und je nach Belieben: Petersilienwurzeln (Pastinaken), Zwiebeln, Paprikaschoten, Möhren, Brokkoli, Kartoffeln, Kürbis, etc. einfach grob klein geschnitten auf ein mit Backpapier ausgelegtes Blech geben. Nach Belieben etwas würzen. Ich verwende nur Salz und Pfeffer. Etwas Chiaöl darüber geben und bei 200 °C 15 bis 20 Minuten lang überbacken. Besonders lecker finde ich das Ofengemüse mit Käse überbacken. Dazu eignen sich zum Beispiel: Mozzarella, Parmesan, Emmentaler oder Gouda. Dieses Ofengemüse kann als Hauptgericht oder als Beilage zu einem Fleisch- oder Fischgericht gereicht werden.

Das Chiaöl eignet sich zum Braten und für das Aufwerten von Eintöpfen, Suppen, gedünsteten Gemüse etc. Für Letzteres reicht ein kleiner Spritzer bei einer Menge für zwei Personen völlig aus.

Chiaöl zum Abnehmen?

Auch wer abnimmt, braucht Fette, natürlich in einem vernünftigen Maß. Empfehlenswert sind beim Abnehmen Chiasamen, die das Chiaöl enthalten. Denn durch ihre guten Quelleigenschaften sättigen sie über eine lange Zeit und versorgen den Körper mit lebenswichtigen Nährwerten. Wer allerdings eingeweichte Chiasamen nicht mag oder eine Abwechslung sucht, kann sie durch Chiaöl bedenkenlos ersetzen.

Wie lange ist Chiaöl haltbar?

Wenn die Flasche geöffnet wurde, sollte das Chiaöl innerhalb von drei Monaten verbraucht werden. Wer also mehrere verschiedene Öle in seiner Küche verwendet, kann schnell unter Zeitdruck geraten. Das muss nicht sein. Besorgen Sie sich einfach mehrere Flaschen Chiaöl mit einem Fassungsvermögen von 100 ml. Dann gibt es mit der Haltbarkeit keine Probleme. Hinzu kommt: Bei einer Abnahme von größeren Mengen lässt sich ein günstigerer Preis erzielen.

Auch ungeöffnetes Chiaöl sollten Sie an einen kühlen Ort aufbewahren, vorzugsweise im Kühlschrank.

Chiaöl kaufen – Qualität

Achten Sie beim Kauf eines Chiaöls auf Bioqualität, unabhängig davon, ob Sie es innerlich oder äußerlich anwenden wollen. Nur eine gute Qualität bringt gesundheitliche Vorteile. Chiaöl ist äußerst ergiebig, denn es lässt sich sehr sparsam anwenden, da es so dünnflüssig ist.

Achten Sie ebenfalls darauf, dass das Chiaöl in dunkle Flaschen abgefüllt wurde. Denn einige Vitamine im Chiaöl sind lichtempfindlich. Das gilt auch für viele andere Öle zum Beispiel für Olivenöl.

Ein hochwertiges Chiaöl, das als Speiseöl angeboten wird, kann genauso für die äußerliche Anwendung, zum Beispiel als Gesichts- oder Körperöl, hergenommen werden. Handelt es sich um reines Chiaöl, gibt es bei den Produkten, die als Körper- oder Gesichtsöle verkauft werden nur Unterschiede hinsichtlich des Ausgusses der Flaschen. Es gibt Zerstäuber bzw. Pumpfläschchen, die sich durchaus für das Chiaöl eignen, denn es flockt auch bei niedrigeren Temperaturen nicht aus (im Gegensatz zu Moringaöl). Andere Hersteller bevorzugen Glasfläschchen mit Pipette, d. h., das Öl kann tropfenweise dosiert werden.

Was dagegen spricht, ist der immense höhere Preis: das 14-fache im Vergleich zu einem guten Speiseöl, ebenfalls in Bioqualität. Dieser Preis war nicht der teuerste! Andere Angebote waren noch teurer, obwohl es sich zum Teil um keine Bioqualität handelte. Daher rate ich von solchen Produkten ab. Unverschämtheiten sollte man nicht unterstützen.

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Chiaöl kaltgepresst?

Kaltgepresste Öle haben einen guten Ruf und das in vielen Fällen völlig zurecht, will man in den Genuss aller Inhaltsstoffe kommen, die nicht hitzebeständig sind. Allerdings gibt es Ausnahmen: Öle, die keine oder kaum hitzeempfindliche Inhaltsstoffe haben.

Beim Chiaöl können die Samen heiß oder kalt gepresst werden. Die Höhe der Temperatur bei der Pressung der Samen wirkt sich kaum auf ihre Qualität aus. Unter großem Druck werden die Samen gepresst und das gilt als eine besonders umweltschonende Methode. Es gibt nur Unterschiede in der Zusammensetzung der Linolsäure. Allerdings handelt es sich hier um die Omega-6 Fettsäure, die in vielen anderen Lebensmitteln ausreichend enthalten ist.4

Insofern brauchen Sie nicht auf ein kaltgepresstes Chiaöl achten, sondern primär auf eine hochwertige biologische Qualität.

Quellennachweise

1Angaben über die Zahlen wurden von Wikipedia übernommen: Chiaöl Inhaltsstoffe.
2Durchführungsbeschluss der Europäischen Kommission: Verwendungszwecke von Chiasamen (Silvia Hispanica).
3Wikipedia: Küchenmaße Besteck.
4Wikipedia: Chiaöl Herstellung.

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