Moringa Baum selber pflanzen / ziehen

Holen Sie sich Ihren eigenen Moringa Baum ins Haus. Er eignet sich gut als Topf- oder Kübelpflanze; er gedeiht im Haus und wenn es draußen warm ist: auf dem Balkon, der Terrasse und im Garten.

Moringa Baum selber pflanzen anbauenFreuen Sie sich über frische Moringa Blätter, die es auf dem europäischen Markt nicht gibt. Doch damit nicht genug: Auch die Blüten und Schoten sind essbar und sorgen für ein exotisches Geschmackserlebnis.

Der Moringa Baum braucht einen regelmäßigen Schnitt, daher kann das sehr gut mit einer Ernte in Einklang gebracht werden. Wenn der Baum groß genug ist, können Sie die Blätter für Ihren täglichen Bedarf frisch ernten für eine vollwertige und frische Ernährung.

Obwohl der Moringa Baum anspruchslos ist, gilt es bei der Anzucht und Pflege Einiges zu beachten, damit er gut gedeihen und sich wohlfühlen kann.

Moringa Samen kaufen

Zu empfehlen sind Bio Moringa Samen, die Sie im Internet bekommen. Die Samen sollten beste Qualität haben und aus der aktuellen Ernte stammen. Moringa Samen sollten keimfähig sein, d. h. eine braune Farbe haben. Wenn das feine Häutchen um den Samen eine hellgelbe oder weißliche Färbung aufweist, ist er abgestorben. Er ist in Ordnung, wenn er eine mittelbraune bis dunkelbraune Farbe hat.

Moringa Baum: Temperatur und Standort

Der Moringa Baum sollte in der Regel an einem Ort stehen, der mindestens 22 °C warm ist. Er fühlt sich bei Temperaturen zwischen 25 und 35°C (im Schatten) am wohlsten, wobei er bis zu 48 °C im Schatten überlebt! Daher kann er im Sommer, wenn es warm genug ist, ins Freie gestellt werden. 

Abgesehen von den ersten Wochen/Monaten, wenn die Moringa Pflanze noch sehr klein und die Blätter empfindlich sind, liebt er die volle Sonne, möglichst an einem windgeschützten Platz.

An den Boden stellt der Moringa Baum keine besonderen Ansprüche. Er verträgt verschiedene Bodenbeschaffenheiten. Am liebsten mag er einen neutralen bis leicht sauren Boden (PH 6,3 - 7). Der Boden kann eine lehmige Beschaffenheit aufweisen oder sandig sein. Wichtig ist, dass der Moringa Baum nicht im Wasser stehen darf! Denn schnell faulen seine Wurzeln und er geht ein. Der Boden muss die Beschaffenheit aufweisen, schnell abtrocknen zu können.

Moringa Baum: Welche Erde eignet sich?

Hier gibt es verschiedene Möglichkeiten:

  • Kübelpflanzenerde im Verhältnis 50/50 mit Sand, Lavasteinchen, Splitt, Kies, Blähbeton oder Kalksteinbruch gemischt. Das stellt sicher, dass überschüssiges Wasser gut abtrocknen kann. 
  • Kakteenerde eignet sich ebenfalls sehr gut.

Für die Anzucht der Moringa Pflanzen nehmen Sie am besten Pikiererde bzw. Anzuchterde her. Sie sollte nährstoffarm, keimfrei und wasserdurchlässig sein. Vermeiden Sie Blumenerde! Sie enthält zu viele Düngesalze, worin die Samen entweder verfaulen oder schon gekeimte Pflänzchen eingehen können.

Geben Sie vor das Abflussloch im Topf eine Topfscherbe oder einige Kieselsteine, damit es nicht durch die Erde verstopft werden kann.

Moringa Pflanze Anzucht

Moringa Baum selber ziehen pflanzen keimenEine Anzucht im Haus ist ganzjährig möglich, wenn der Platz hell und die Temperatur deutlich über 20 °C liegt, z. B.  in den Wintermonaten neben oder über der Heizung. Denn die Moringa Samen haben keine Vegetationsruhe.

Es bietet sich an, etwas mehr Samen für die Anzucht zu verwenden, da nicht alle aufgehen werden (ca. 50 bis 80 %, wenn sie aus einer aktuellen Ernte stammen).

Die Moringa Samen sollten 1 bis 2 Tage in einem warmen Raum am besten bei ca. 25 °C  in raumwarmem Wasser vorquellen.

Für die Anzucht können Sie einen Blumentopf aus Ton verwenden, der durchaus etwas größer sein kann, wenn Sie mehrere Pflänzchen ziehen. Füllen Sie Anzuchterde hinein - sie sollte leicht feucht aber nicht nass sein. Mit der Spitze voraus werden die Samen nach der Quellzeit ca. 1 - 2 cm tief in einem Abstand von ca. 3,5 cm eingepflanzt.

Nach ca. 1 bis 2 Wochen - manchmal dauert es auch länger - keimen die Samen und zeigen ihre ersten kleinen Spitzen. Schützen Sie die Samen weiterhin vor Kälte und Zugluft. Bei starkem Wind oder Zugluft stülpen Sie einfach ein Glas über die Keime.

Prüfen Sie regelmäßig die Feuchtigkeit der Erde und Untersetzer. Er sollte nicht unter Wasser stehen. 6 Wochen lang sollten die kleinen Keimlinge nicht in der vollen Sommersonne stehen. Sie sind einfach noch zu empfindlich.

Wundern Sie sich nicht, wenn die Pflanze sehr schnell wächst. Moringa Bäume gehören zu den Pflanzenarten, die am schnellsten wachsen. Man kann fast zusehen. Bei idealen Bedingungen kann die Moringa Pflanze schon nach 12 Tagen fast 1 m hoch sein. Das wird in Europa jedoch nicht der Fall sein - hier dauert das etwas länger.

Wenn Sie unsicher oder unzufrieden mit der Mindesttemperatur in Ihren Wohnräumen sind, bietet es sich an Wärmematten zu verwenden, die es für Terrarien gibt. Damit können Sie sicher sein, dass Ihre Moringa Pflanzen genug Wärme bekommen. Stellen Sie den Topf einfach auf die Wärmematte.

Bei zunehmenden Mond sollen die jungen Moringa Pflanzen schneller wachsen, denn dann geht der Saft von unten nach oben.

Video: Moringabaum Wachstumsstadien

Moringa Pflanzen - Aufzucht

Je nach Standortbedingungen wachsen die Sämlinge mehr oder weniger schnell. Topfen Sie Ihre Sämlinge um, wenn sie mindestens 10 cm hoch sind. Bei einer Höhe von max. 20 cm sollen die jungen Moringa Pflanzen jeweils einen eigenen Topf bekommen. Sie können nun auch eine andere Erde verwenden, z. B. Kakteenerde, die für eine gute Lüftung der Wurzeln sorgt und sie dadurch zum Verzweigen anregt.

Die kleinen Wurzeln der jungen Moringa Pflanze sind hochempfindlich. Sie haben viele kleine Haarwurzeln, die schnell abbrechen können. Gehen Sie sorgsam vor und topfen die Pflanze samt der Erde, die sich an den Wurzeln befindet, um. Setzen Sie die Keimlinge mindestens 20 cm tief in die Erde und sorgen weiterhin für „trockene Füße“. In den Herbst- und Wintermonaten können Sie auch zusätzliche Lichtquellen verwenden.

Die Moringa Pflanze sollte immer dann umgetopft werden, wenn das Substrat im Kübel oder Topf sehr gut durchwurzelt ist. Der neue Topf sollte nicht zu groß sein, sondern nur wenige Zentimeter größer als der alte. Bei jedem Umtopfen sollten die Wurzeln nicht beschädigt werden, da die Pflanze sonst eingehen oder in ihrer Entwicklung gestört werden kann. Nehmen Sie den gesamten Wurzelballen samt Erde mit in den neuen Topf.

Moringa Pflanzen Pflege

Wässern Sie die Moringa Pflanze moderat. Sie braucht von Natur aus nur wenig Wasser, da sie von sich aus Wasserspeicher in ihren Wurzeln anlegt. Dennoch - obwohl sie in trockenen Gegenden gedeiht, braucht sie mindestens einmal pro Woche Wasser. Am besten Sie gießen direkt die Erde, in welcher sich die Pflanze befindet. Die Blätter könnten ansonsten gelb werden, wenn sie zu feucht werden.

Moringa oleifera ist eine sehr anspruchslose Pflanze. Deshalb braucht sie normalerweise nicht gedüngt werden. Die Pflanze ist ein Stickstoffsammler, der den Stickstoff aus seiner Umgebungsluft zieht. Wer den Moringa Baum jedoch als Nahrung- und Würzmittel verwenden will, kann eine gute Ernte durch Düngen ankurbeln.

Dazu gibt es mehrere Möglichkeiten:

  • Im Frühjahr geben Sie dem Pflanzensubstrat etwas Kompost, Ammoniumsulfat oder Stallmist bei und vermischen es mit der Erde.
  • Ein gesundes Wachstum können Sie auch mit Kübelpflanzendünger, Palmendünger, Bonsaidünger oder Eisendünger unterstützen.
  • Auch mit Mineraldünger haben viele Menschen gute Erfahrungen gemacht.

Moringa Pflanzen schneiden

Ein regelmäßiger Schnitt gehört zu jeder guten Pflege. Er sorgt dafür, dass sich die Pflanze neu verzweigt und kräftiger wird, nicht zu hoch geiert und schön buschig wächst.

Sobald der Moringa Baum eine Höhe von 60 cm erreicht hat, sollten Sie ca. 10 cm von der Spitze abschneiden. Er wird an dieser Stelle Seitentriebe entwickeln, die erst dann geschnitten werden, wenn sie eine Länge von ca. 20 cm erreicht haben. Schneiden Sie die Seitentriebe auf 10 cm zurück. Das wiederholen Sie zweimal und lassen ihn dann wachsen.

Insgesamt sollte der Moringa Baum 1 bis 2 mal im Jahr zurückgeschnitten werden. Dies regt das Wachstum an. Es empfiehlt sich Moringa Bäume, die im Haus stehen, kompakter zu halten. Er sollte nicht mehr als 2 bis 3 m hoch werden. Es ist genauso möglich ihn auf einer Höhe von 1 m zu halten, was sich für mehrere Nutzpflanzen anbietet. Sie haben keinerlei Probleme damit.

Moringa Baum überwintern?

Er kann im Haus bei + 20 °C (+/- 5 °C) in einem möglichst hellen Raum überwintern, wenn er schon etwas älter ist. Doch die Temperatur soll beim Überwintern konstant bleiben. Es gibt Erfahrungsberichte darüber, dass er bis zu + 5° C gerade so überlebt. Das würde ich aber nicht ausprobieren. Frost verträgt er in kühleren Breitengraden überhaupt nicht.

Sollte es sehr kalt werden, dann dichten Sie den Moringa Baum mit Stroh, Kleidern, Flies etc. ab. Das Gießen sollten Sie sehr reduzieren. Beim Überwintern wird der Moringa Baum seinen Wachstum stoppen und Blätter teils oder ganz abwerfen. Das ist normal. 

Moringa Baum: Ernte

Moringa Schoten: Die Moringa Schoten sollten geerntet werden, wenn sie noch sehr jung sind und einen Durchmesser von ca. 1 cm haben. Dann schmecken sie am besten. Doch sie sollten mindestens 10 Minuten lang gekocht werden, dann sind sie bekömmlich, sehr proteinreich und sättigend. Für das Saatgut und Öl verwendet man die älteren Schoten, die am Baum trocknen und eine braune Färbung aufweisen.

Wenn die Zweige des Moringa Baums voller Schoten hängen, dann kann es nötig sein, sie zu stützen, damit sie nicht unter der Last abbrechen können.

Moringa Samen: Die Samen lagern Sie am besten an einem trockenen und schattigen Ort in luftdurchlässigen Säcken. Wenn Sie mehr über die Wirkungen und Verwendungsmöglichkeiten von Moringa Samen erfahren wollen, lesen Sie folgenden Artikel: „Moringa Samen“.

Moringa Blätter: Die frischen jungen Moringa Blätter sind für Salate, Smoothies oder Blattgemüse am besten geeignet. Etwas ältere Blätter können Sie trocknen und ein Pulver daraus herstellen. Das kann sehr gut in einem Dörrgerät oder an einem schattigen, abgedunkelten Ort geschehen - 30 bis 40 °C sind ideal. Achten Sie darauf, dass kein Schmutz, Insekten oder Staub auf die Blätter gelangt. Wenn nötig, decken Sie die Blätter mit einem luftdurchlässigen Tuch ab.

Die Blätter werden normalerweise ohne Stiele verwendet. Kleinere Stiele können Sie beim Trocknen der älteren Moringa Blätter mit verwenden.

Wenn Sie wissen wollen, wie Sie die Blätter in Ihren täglichen Speiseplan integrieren, lesen Sie folgenden Artikel: "Rezepte mit Moringa“.

Moringa Blüten: Sie können ebenfalls geerntet werden, denn sie sind essbar. Sie haben einen Pilz ähnlichen Geschmack und passen gut zu Salat und Gemüse. In den Anbaugebieten werden sie einfach in verschiedenste Speisen gegeben und mitgekocht. Ein Tee aus Moringa Blüten hilft gegen Erkältung, Husten und der Blase.

Ernten Sie aber nicht alle Blüten, sonst bekommen Sie weder Moringa Schoten noch Moringa Samen.

Moringa Baum: Mögliche Probleme

Gelbe Blätter: Womöglich haben Sie ihn zu viel gegossen. Lassen Sie ihn austrocknen, bis die Blätter hängen. Feuchten Sie dann nur die Oberfläche der Erde an. Geben Sie in die Erde ggf. Sand, damit sie noch besser abtrocknen kann. Später können Sie wieder etwas kräftiger gießen. 

Braune oder farblose Blätter: Vielleicht fehlen der Moringa Pflanze Nährstoffe. Sie sollten sie düngen (s. o.).

Baum hängt schief oder kippt: Wahrscheinlich bekam er zu viel Wasser. Darauf achten, ob er auch wirklich die richtige Erde hat, ansonsten umtopfen und Kakteenerde verwenden. Es kann auch sein, dass der Moringa Baum zu wenig Licht bekommt und an einen helleren Ort gestellt werden muss. Auch eine zusätzliche Pflanzenwachstumsleuchte kann helfen.

Der Moringa Baum sieht abgestorben aus: Warten Sie unbedingt ab, denn es kann gut sein, dass er wieder neu aus dem Boden heraus wächst. Dieser Baum ist ein Genie im Überleben.

Wachstumsstopp: Vielleicht braucht Ihr Moringa Baum einen etwas größeren Topf. Geben Sie ihm Dünger (s. o.). 

Schädlinge: Der Moringa Baum schützt sich selbst sehr gut gegen Schädlinge. Eine Ausnahme sind Spinnmilben. Spinnmilben bekommen Sie sehr gut weg, indem Sie dem Baum einfach eine durchsichtige von innen befeuchtete Plastiktüte überstülpen. Dadurch wird eine feuchte Luftatmosphäre geschaffen, die Spinnmilben nicht überleben. Wer sich genauer für die Bekämpfung von Spinnmilben interessiert, sollte sich folgenden Artikel ansehen: „Spinnmilben bekämpfen“.

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